Bei Quelle gibt´s kein Opel mehr
Neulich am Stammtisch beim Lübzer vom Fass
Horst: Sacht mal, wieviel Quelle ist eigentlich ein Opel? Der Ösi/Russen-Fraktion wollen se über 4 Milliarden in den Anus pusten für ihren schrottigen Laden und für Quelle haben se nich mal die 50 Mios für den neuen Katalog über. Is dat nich eigenartig?
Leni: Rein mathematisch 1 Opel gleich 100 mal Quelle, aber Mathematik ist da wohl eher nicht der Grund. Für die Kohle könnten sie den Ex-Opelanern über 20 Jahre Hartz 4 bezahlen. Oder gleich jedem die hunderttausend Euronen als Schmerzensgeld mitgeben.
Kurt: Hunderttausend? Da würd ich auch zu Hause bleiben.
Horst: Du bist doch zu Hause, is doch nix los bei Euch aufm Bau.
Kurt: Ja ja, aber eben ohne die Tacken!
Leni: Über die weit mehr als hundert Milliarden für die Banken will ich gar nicht nachdenken, nachrechnen schon überhaupt nicht. Für die hundert müssen, warte mal, ich schreib mal auf den Deckel: bei geschätzten 40 Millionen Erwerbstätigen alle für zwei Monate umsonst arbeiten, um diesen Betrag zu erwirtschaften, durchschnittlich, statistisch gesehen …
Rita, machst Du bitte noch mal eine Runde?
Kurt: Ja bei euch aufem Amt habt ihrs ja mit den Zahlen, unsereiner macht sich ja da total falsche Vorstellungen, oder gar keine.
Horst: Nahmt Holger, nee - hier ist besetzt, setz dich mal an annern Tisch …
Kurt: In ner anderen Gaststätte …
Leni: In einer anderen Stadt.
Horst: Wo waren wir? Ach ja, im Amt. Na Euch ham se ja nu den Hahn zugedreht, da fällt die Fete nächst Jahr flach aus, oder flach, oder nur aus.
Leni: Na Horst, wieder Wortwitzalarm?
Aber fürwahr: da ist dann kein Geld da, oder für ordentliche Bildung, ausreichende Krankenvericherung etcetera pp.
Kurt: Hauptsache, sie “sehn ein Gipfelkreuz” - ich glaube, die vergeben sich jeden Abend den “Wer hat die blumigste Metapher-Preis”. So ein Rumgesülze hab ich ja lange nicht gehört, und inhaltliche Aussage gleich null. Da schwillt mir der Schlund!
Leni: Das lernen die in ihren Rhetorikseminaren. Ausweichen. Drumrumreden. Aber keine Einzelheiten und auf keinen Fall Fakten. Und die Journalisten lassen sich auch noch damit abspeisen.
Horst: Hat olle Marx schon gesagt: die Presse im Kapitalismus besteht aus Desinformation, Halbwahrheiten und Lügen. Oder so ähnlich. Is ja auch schon ´n büschn her. Jedenfalls zeigen die meisten keinen gesteigerten Ehrgeiz, so einem Laberer auf den Zahn zu fühlen.
Leni: Die leben und arbeiten doch auch in Abhängigkeiten - dann kannst Du keinen unabhängigen Journalismus erwarten. Und das fängt hier beim Provinzblatt an und geht bis zum Marktführer.
Kurt: Aber traurig ist es doch.
Horst: Aber wohl nicht so leicht zu ändern - also: ein Prosit auf alle Journalisten, vor allem auf die Unabhängigen.
Leni: Prost, Männer!
Kurt: Wohlsein!